Schlaganfall/Schädel-Hirn-Trauma

Auftretende Symptome eines Schlaganfalls:

Wenn sich ein wichtiges Blutgefäß im Gehirn verschließt, bedeutet das akute Lebensgefahr. Dann ist der Hauptfeind die Zeit. Mit jeder Minute, die der betroffene Gehirnbereich nicht mit Sauerstoff versorgt wird, können geistige und körperliche Fähigkeiten unwiederbringlich verloren gehen.

Typische Symptome sind:

  • Sehstörungen, z.B. plötzliche Sehverschlechterung, Doppelbilder
  • Taubheitsgefühle,  z.B. pelziges Gefühl in den Fingern, Hand, Beine oder Füße
  • Lähmungen
  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • starker Kopfschmerz

US-Mediziner haben einen einfachen Test entwickelt. Mit diesem können auch ungeübte Personen einen Schlaganfall relativ sicher erkennen:

  • Bitten Sie den Betroffenen, einen einfachen Satz nachzusprechen,
 zum Beispiel: „Ich benötige keine Hilfe“. Die Sprache darf nicht verwaschen sein.

Wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung Schlaganfall-Symptome oder Probleme mit einer dieser Aufgaben haben,

dann wählen Sie 112.

Selbst wenn die Symptome schnell wieder verschwinden, sind sie ein wichtiges Warnsignal und sollten umgehend medizinisch betreut werden. Oftmals sind vorübergehende Durchblutungsstörungen die Vorboten eines Schlaganfalls.

Jede Minute zählt!

 

 

Was bedeutet Schlaganfall?

Ein Schlaganfall macht sich durch eine plötzlich auftretende neurologische Störung bemerkbar. Dies kann zu Ausfällen der Muskulatur in Form von einer Lähmung führen, abhängig von dem Ausmaß und Lokalisation der betroffenen Stelle im Gehirn. Häufige Beschwerden sind z.B. Halbseitenlähmung, Lähmung der Schlundmuskulatur verbunden mit Schluckstörungen und verwaschener Sprache, Lähmung der Augenmuskeln die zu Doppelbildern führt. Weitere häufige Symptome eines Schlaganfalls sind Sprachstörungen z.B. in Form von Wortfindungsstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen oder Störungen der Wahrnehmung.

Was kann es für den Betroffenen bedeuten?

Ein Schlaganfall bedeutet ein plötzliches Erleben ohne Vorbereitung, ein Einbruch in das bisherige Leben, verbunden mit Lebensängsten, ausgeliefert sein, nicht einordnen können des Geschehens, plötzlich und überfallartig, verbunden mit existenziellen Ängsten. Der Körper ist nicht mehr das was er war. Lebensnotwendige Maßnahmen können als Bedrohung erlebt werden.

 

Behandlungsmöglichkeiten eines Schlaganfalls.

Die ideale Behandlung bei einem Schlaganfall ist die sogenannte Thrombolyse-Therapie. Durch die gezielte Gabe eines Medikaments wird das Blutgerinnsel aufgelöst, das im Gehirn ein Blutgefäß verschließt. Mit der Behandlung muss spätestens drei Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome begonnen werden. Der Vorteil ist ein deutlich geringeres Risiko für bleibende Lähmungen. Allerdings ist die Therapie nicht für alle Patienten geeignet und darf nur nach strenger Indikationsprüfung angewendet werden. Deshalb führen nur spezialisierte Schlaganfallstationen (wie zum Beispiel die Schlaganfallstation des Klinikums Freising) und Universitätskliniken die Thrombolyse durch.

Stroke Unit (Schlaganfallstation)

Permanente Funktionsüberwachung auf einer Schlaganfallstation.

Wenn Patienten nach einem Schlaganfall genesen und in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können, verdanken sie dies nicht nur der erfolgreichen medizinischen Therapie nach modernstem Standard. Entscheidenden Anteil hat auch das Team der Schlaganfall-Station (Stroke Unit), das den Patienten in den ersten Tagen betreut: Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen sowie Sozialarbeiter. Sie sorgen dafür, dass Ausfallserscheinungen rasch erkannt, ihre Behandlung begonnen wird und der Patient möglichst gute Chancen auf eine Rehabilitation und Rückkehr in sein gewohntes Umfeld hat.

„Stroke Unit“ bietet spezielle Diagnostik und Therapie rund um die Uhr an. 

www.schlaganfall-hilfe.de

 

www.klinikum-freising.de/Abteilungen/Schlaganfallstation Stroke Unit

 

TEMPIS (www.tempis.de)

 

Das Klinikum Freising ist Mitglied des Projektes “Tempis” (Telemedizinisches Projekt zur integrierten Schlaganfallbehandlung in Südostbayern). 14 bayerische Kliniken sind mit dem Universitätsklinikum Regensburg und der städtischen Klinik Harlaching vernetzt und können bei Patienten mit Schlaganfall durch eine telemedizinische Konsultation weitere Spezialisten zur Abklärung und Sicherung der Therapieplanung hinzuziehen.Tempis ist das weltweit erfolgreichste telemedizinische Projekt und dient europaweit als Modell für andere Regionen.

 

Was sollten Sie als Angehöriger wissen, wie können Sie mitwirken?

Die Veränderungen im Körper, bedingt durch einen Schlaganfall, können vielfältig sein. Selten kann der Betroffene mitteilen wie er was empfindet, wie er  sich fühlt. Ein Schlaganfall bedeutet nicht nur eine äußerlich sichtbare Störung oder Lähmung, es bedeutet für den Betroffenen eine Veränderung der Körperwahrnehmung. Die selbstverständliche Zuverlässigkeit des Körpers, des Denkens und Handelns und damit verbundene existentielle Sicherheit hat einen Einbruch erlitten. Dies beeinträchtigt auch das emotionale Erleben und psychosoziale Verhalten was vor allem für Familie und Freunde häufig verwirrend und befremdend ist.

Durch eine mögliche Lähmung der Schlundmuskulatur ist die Gefahr des Verschluckens und damit mögliche Gefahr einer Lungenentzündung ernst zu nehmen um  weitere Komplikationen zu vermeiden.

Zuversicht, Mut und Geduld sind in dieser bedrohlichen Situation wichtige Faktoren um Streß zu vermeiden – was kann Ihnen dabei helfen, dies zu vermitteln?

Sie als Angehöriger sind Mitbetroffen, auch wenn es nicht immer gleich ersichtlich ist. Wir wünschen Ihnen Ansprechpartner, die Sie ernst nehmen, die erkennen und wissen was Sie brauchen!!!  Wir, der Verein Phoenix Freising e.V. begleitet unterstützt und berät Angehörige.

 

Pflege bei Schlaganfall /Schädelhirnverletzungen

Medizinische Erstmaßnahmen sind lebensrettend. Von großer Bedeutung ist aber auch die Wiedererlangung des Körperbewusstseins, Körperbildes, Wiedererlangung von Vertrauen in sich selbst.

Fördernde Pflege nimmt den Menschen in seinem Erleben wahr und ernst. Sie ermöglicht dem Betroffenen sich mit seinem Erleben auseinanderzusetzen und Sicherheit zurück zu gewinnen, bevor kompensierende Strategien entwickelt werden, die häufig Fehlentwicklungen unterstützen.

Grundlegende pflegerische Tätigkeiten wie z.B. Körperpflege wird genutzt den Körper bewusst zu spüren und wahrzunehmen, die Veränderung der Lage, das Aufsetzen und Aufstehen, alles wird durch ein bewusstes miteinander Gestalten zu einem Teil der Therapie. Förderpflege soll den verfügbaren Handlungsspielraum verdeutlichen und nach Möglichkeit mithelfen, bisherige Handlungsfähigkeiten wiederzugewinnen.

Pflegekonzepte die ineinander greifen und sich ergänzen sind u.a. Basale Stimulation, Bobath und Kinästetik. Sie unterstützen die Körperwahrnehmung, die Bewegung und Reduzierung von reflektorischen Fehlhaltungen.

Ein Ansatz, der den Menschen in seinem Erleben ernst nimmt, ermöglicht ein frühzeitiges Auseinandersetzen mit der Situation (die für jeden anders ist und anders erlebt wird) und schafft Offenheit für notwendige Entscheidungen und Perspektiven.

Für Interessierte bietet der Verein „Phoenix Freising e.V.“ Informationsveranstaltungen bzw. Workshops zur Förderpflege.