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Notfall–Ausweis jetzt besonders wichtig!

Corona Update
Gerade in der Corona-Zeit ist es besonders wichtig bei medizinischen Notfallsituationen einen Hinweis über bisherige medizinische Versorgung, Erkrankungen und Medikamente bei sich zu haben. Ebenso sollten die Kontaktdaten der Angehörigen mitgeführt werden.

Dafür gibt es den Notfallausweis den Sie sich hier kostenlos herunterladen können

FAQ und wichtige Themen

Die Sorge um den betroffenen Angehörigen prägt die erste Phase nach einem akuten Geschehen. In dieser Situation steht der rasche Klärungs- und Handlungsbedarf existentieller Anforderungen und Herausforderungen im Vordergrund.
Wir erhielten wichtige Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten, aber in der Krise waren sie nicht vordergründig – das Überleben hatte oberste Priorität.

Später fehlten diese wichtigen Informationen. Vielen von uns ging es so. Aus dieser Erfahrung heraus haben wir Wesentliches zusammengetragen, um einen Überblick in Kürze zu geben.
Diese Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Mögliche Symptome

  • plötzlich einsetzende Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite, insbesondere eines Armes, Beines oder im Gesicht
  • Sprachschwierigkeiten in Verbindung mit einer Lähmung zumeist auf der rechten Körperseite oder Schwierigkeiten Gesprochenes zu verstehen
  • Sehstörungen (Doppelbilder, verschwommenes Sehen, vorübergehender Sehverlust auf einem Auge, halbseitiger Ausfall eines Gesichtsfelds)
  • Schwindel mit Gangunsicherheit, Verlust von Gleichgewicht oder Koordination
  • plötzliche Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Verwirrtheit
  • plötzliche auftretende sehr starke Kopfschmerzen

Bitten Sie die betroffene Person

  • einen einfachen Satz nachzusprechen, zum Beispiel: „Ich benötige keine Hilfe“. Die Sprache darf nicht verwaschen sein.
  • zu lächeln! Hängt ein Mundwinkel herab?
  • die Arme nach vorne zu heben, Handflächen nach oben.

Wenn der Betroffene mit einer dieser Aufgaben Probleme hat, besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall oder Gehirnblutung – es zählt jede Minute!!!
Es muss sofort, ohne Zögern oder Abwarten gehandelt werden.

Wählen Sie sofort 112!!!
Der Verdacht auf Schlaganfall sollte unbedingt mitgeteilt werden.
Erwähnen Sie auch die vorliegenden Symptome

  • unterdessen den Betroffenen beruhigen
  • bewahren Sie selber Ruhe
  • beengende Kleidung lockern
  • Betroffene sollten nichts zu sich nehmen, denn durch einen evtl. gestörten Schluckreflex besteht die Gefahr der Erstickung
  • Bewusstlose Betroffene in die stabile Seitenlage bringen und Kontrolle der Atmung

Etwa jeder dritte Schlaganfall kündigt sich zuvor durch flüchtige Durchblutungsstörungen des Gehirns, mit beschriebenen Symptomen an, sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA). TIAs dauern nur wenige Minuten, allenfalls einige Stunden. Sie sind Warnzeichen für einen Schlaganfall!

Was kann eine Schädelhirnverletzung, durch Unfall, Gehirnblutung oder Schlaganfall für den Betroffenen bedeuten?

Unabhängig von der Ursache, handelt es sich in der Regel um ein plötzliches Erleben ohne Vorbereitung und Einordnen können des Geschehens, verbunden mit Lebensängsten.
Der Körper ist nicht mehr das, was er war.

Was sollten Sie als Angehöriger wissen, wie können Sie mitwirken?

Die Veränderungen im Körper, bedingt durch das Ereignis, können vielfältig sein. Selten kann die betroffene Person sich mitteilen wie er was empfindet, wie sie sich fühlt. Die Situation bedeutet nicht nur eine äußerlich sichtbare Störung oder Lähmung, es bedeutet für den Betroffenen eine Veränderung der Körperwahrnehmung. Die selbstverständliche Zuverlässigkeit des Körpers, des Denkens und Handelns und die damit verbundene existentielle Sicherheit hat einen Einbruch erlitten. Dies beeinträchtigt auch das emotionale Erleben und psychosoziale Verhalten, was vor allem für Familie und Freunde häufig verwirrend und befremdend ist.

Auch Sie als Angehörige sind Mitbetroffene, auch wenn es nicht immer gleich ersichtlich ist.

Zuversicht, Mut und Geduld sind jetzt besonders wichtige Faktoren – was kann Ihnen helfen?

Wir wünschen Ihnen Ansprechpartner, die Sie hören und ernst nehmen.

Verein Phoenix Freising e.V. begleitet, unterstützt und berät Angehörige und Freunde der Familie und/oder des Betroffenen.

In der Regel wird bei einem akuten Ereignis in der Klinik oder Rehaklinik über den Sozialdienst bzw. Patientenberatung der Erstantrag / Schnelleinstufung gestellt.
Nehmen Sie mit der entsprechenden Stelle Kontakt auf!

Pflegegrade:

Die Zuordnung zu einem Pflegegrad erfolgt anhand eines Punktesystems. Je höher die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, je mehr Punkte, desto höher der Pflegegrad.

Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (12,5 bis unter 27 Punkte)

Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung  (27 bis unter 47,5 Punkte)

Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung     (47,5 bis unter 70 Punkte)

Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung  (70 bis unter 90 Punkte)

Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (90 bis 100 Punkte)

Pflegebedürftigkeit

Die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit wird in sechs wesentlichen Bereichen des täglichen Lebens erfasst. Dazu gehören jeweils verschiedene Unterpunkte mit unterschiedlichen Fragestellungen. Hier einige Beispiele:

  • Mobilität: körperliche Beweglichkeit; Zum Beispiel: Kann die betroffene Person alleine aufstehen und vom Bett ins Badezimmer gehen? Kann sie sich selbstständig in den eigenen vier Wänden bewegen, ist Treppensteigen möglich?
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Zum Beispiel: Kann sich die Person zeitlich und örtlich orientieren, werden Sachverhalte verstanden, können Aufforderungen umgesetzt werden? Werden Risiken und Gefahren erkannt und sinngemäß darauf reagiert? Können Gespräche mit anderen Menschen geführt werden?
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Zum Beispiel: Unruhe in der Nacht oder Ängste; Abwehrreaktionen bei pflegerischen Maßnahmen, Aggressionen, die für den Betroffenen selbst und andere belastend sind.
  • Selbstversorgung: Zum Beispiel: Kann sich die Person selbstständig waschen und anziehen? kann sie selbstständig essen und trinken? kann sie selbstständig die Toilette aufsuchen?
  • „Selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen – sowie deren Bewältigung“: Zum Beispiel: Kann die betroffene Person Medikamente selbstständig einnehmen? Erforderliche Blutzuckerkontrollen durchführen? Den Arzt und Therapeuten allein aufsuchen?
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Zum Beispiel: Kann die betroffene Person ihren Tagesablauf selbstständig gestalten? Kann sie soziale Kontakte pflegen? oder selbstständig an gesellschaftlichen Ereignissen und Rituale wie z.B. Kaffeerunde, Skatrunde teilnehmen

www.bundesgesundheitsministerium.de/pflegegrade

Pflegegeld

kann ab Pflegegrad 2 beantragt werden, wenn Angehörige, Ehrenamtliche oder privat Angestellte die Pflege leisten. In selbstbestimmter und geeigneter Weise können erforderliche körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung organisiert werden.

Entlastungsbetrag

wird ab Pflegegrad 1 und für alle weiteren Pflegegrade, zusätzlich zu allen anderen Pflegeleistungen, auch zur teilstationären Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege gewährt. Die Leistung dient zur Entlastung pflegender Angehöriger und zur Förderung des Pflegebedürftigen bei der Gestaltung des Alltags.

Das sollten Sie wissen: diese Leistung ist zweckgebunden und nur durch eine anerkannte Institution möglich.

Beratung in der eigenen Häuslichkeit

dient zur Unterstützung, Hilfestellung und durch Tipps zur Erleichterung der Pflege und Absicherung der Pflegesituation.

Das sollten Sie wissen: Wird ausschließlich Pflegegeld bezogen, ist eine Beratung durch einen anerkannten Pflegedienst, eine anerkannte Beratungsstelle oder frei zugelassene Anbieter zwingend erforderlich!! Die Häufigkeit der Beratung ist vom Pflegegrad abhängig: Pflegegrad 2 – 3 halbjährlich, Pflegegrad 4 – 5 vierteljährlich.
Da ein freies Wahlrecht besteht, muss man selbst tätig werden. Sollte die Beratung versäumt werden, erinnert die Pflegekasse daran. Sollte es unterlassen werden, kommt es zur Kürzung bis zur vollständigen Streichung der Leistung.

Pflegesachleistung

stellt die Hilfe über einen anerkannten ambulanten Pflegedienst sicher.

Das sollten Sie wissen: Wird der monatliche Höchstbetrag der Pflegesachleistung nur zum Teil genutzt, kann diese Leistung anteilig mit dem Pflegegeld kombiniert werden. z.B. bei Pflegegrad 3: In einem Monat werden 649.-€ vom Pflegedienst abgerechnet. Dies sind 50% des Höchstbetrages (1.298.-) Somit werden vom Pflegegeld (545.-) noch 50% ausbezahlt=272,50€.

Teilstationäre Leistungen der Tages- und/oder Nachtpflege

können zusätzlich zum Pflegegeld in Anspruch genommen werden um die häusliche Pflege zu entlasten.

Verhinderungspflege

kann ab Pflegegrad 2 und nach einem halben Jahr häuslicher Pflege beantragt werden. Es gibt die Möglichkeit diese Leistung stundenweise (z.B. für persönlichen Arztbesuch, Frisör oder einfach auch nur zur Erholung) oder wochenweise (z. B. für einen Erholungsurlaub) zu beantragen.

Bei einer stundenweisen Verhinderung der Pflegeperson (weniger als 8 Stunden am Tag) besteht ein Anspruch auf das volle Pflegegeld.

Bei Nichtbeanspruchung der Kurzzeitpflege können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags zusätzlich für Verhinderungspflege genutzt werden (das sind bis zu 806 Euro)

Kurzzeitpflege

kann zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt beantragt werden.

Der im Kalenderjahr bestehende, noch nicht verbrauchte Leistungsbetrag aus der Verhinderungspflege kann auch für Kurzzeitpflege eingesetzt werden.

Pflegehilfsmittel

sind Verbrauchsprodukte, technische Hilfsmittel und Geräte, die zur häuslichen Pflege notwendig sind. Sie tragen dazu bei, Beschwerden der pflegebedürftigen Person zu lindern oder ihr eine selbstständigere Lebensführung zu ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Einmalhandschuhe oder Betteinlagen. Technische Pflegehilfsmittel werden vorrangig leihweise oder gegen eine Zuzahlung zur Verfügung gestellt.

Soziale Absicherung

Wer eine pflegebedürftige Person (ab Pflegegrad 2) für mindestens 10 Std. wöchentlich pflegt, hat Anspruch auf Leistungen in Bezug auf Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung. (siehe S. 22 „Pflegeleistungen zum Nachschlagen“)

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen:

Wenn Versicherte zu Hause gepflegt und betreut werden, kann es hilfreich sein, das Wohnumfeld an ihre besonderen Belange anzupassen. Hierfür leistet die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium  www.bundesgesundheitsministerium.de

Das Landespflegegeld ist eine freiwillige Leistung des Freistaat Bayerns.

Ab Pflegegrad 2 erhält der Pflegebedürftige einmal jährlich 1 000.- € zu seiner freien Verfügung.

Das Landespflegegeld

  • unterstützt das Selbstbestimmungsrecht des Pflegebedürftigen
  • ist unabhängig vom Einkommen
  • ist nicht zweckgebunden – es steht zur freien Verfügung ohne Verwendungsnachweis
  • ist nicht pfändbar
  • wird nicht angerechnet auf
    • Pflegegeld
    • Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung
    • Sozialhilfe durch übergeordneten Sozialträger (Übernahme von Heimkosten)
    • Wohngeldrecht
    • auf Blinden- oder Sehbehindertengeld
  • Arbeitslosengeld II oder Hartz IV
  • ist nicht steuerpflichtig,
  • aber Landespflegegeld, das nicht im Monat der Auszahlung ausgegeben wird, wird als Vermögen eingestuft

Das sollten Sie wissen:

  • Voraussetzung ist der Hauptwohnsitz in Bayern
  • Das Pflegejahr rechnet sich vom 01.09. – 1.10. des Folgejahres und wird immer zum 01.10. eines Jahres ausbezahlt
  • Ein einmal gestellter Antrag wirkt für die Folgejahre fort.
  • Bei Umzug muss die neue Adresse mitgeteilt werden
  • Sollte der Pflegebedürftige vor Antragstellung oder vor der Auszahlung versterben, wird kein Landespflegegeld ausbezahlt, da dieses nur dem Pflegebedürftigen zu seiner freien Verfügung zusteht, nicht jedoch den Erben.

Wo und wie wird das Landespflegegeld beantragt?

Antragsformular gibt es im Finanzamt, Landratsamt und Zentrum Bayern Familie und Soziales oder online www.landespflegegeld.bayern.de

„Nichts ist mehr wie es vorher war“: nicht mehr gehen können wie vorher, die Hand nicht mehr einsetzen können wie bisher, nicht mehr richtig sprechen, sich nicht mehr erinnern können, selbst Freud und Leid nicht mehr wie ehemals empfinden können – dies sind nur wenige Beispiele für Veränderungen, die das Leben und die Lebensplanung der Menschen wie auch ihrer Angehörigen oftmals dramatisch verändern.

Ziel der neurologischen Rehabilitationsbehandlung ist es, den betroffenen Personen möglichst wieder die Rückkehr in ihr bisheriges soziales und ggf. auch berufliches Umfeld zu ermöglichen.

Dies kann einerseits durch Verbesserung körperlicher Funktionen erreicht werden, andererseits auch durch Erlernen von Strategien, wie man mit körperlichen Einschränkungen besser zurechtkommen kann. Dazu gehört ggf. auch das Erlernen des Umganges mit geeigneten Hilfsmitteln.

Phasen der neurologischen Rehabilitation
(Quelle: Kompetenz Schlaganfall / Rehabilitation; www.kompetenznetz-schlaganfall.de)

Phase A – Akutbehandlung

intensivmedizinische neurologische Behandlung

Phase B – Früh-REHA  

für Patienten mit schwersten neurologischen Krankheitsbildern, die überwiegend bettlägerig sind, auch Patienten mit gestörter Bewusstseinslage. Ziel ist hier insbesondere die Kontaktaufnahme mit der Umwelt sowie die Förderung basaler, sensorischer und motorischer Funktionen.

Phase C – weiterführende REHA

für Patienten, die zumindest sitzmobilisiert sind und keiner intensivmedizinischen Überwachung mehr bedürfen. Ziel ist hier insbesondere die Selbständigkeit bei den basalen Aktivitäten des täglichen Lebens (z.B. Körperpflege, Anziehen, Nahrungsaufnahme).

Phase D–medizinische REHA bzw. Anschlussheilbehandlung (AHB)

für Patienten, die zumindest bei Benutzung von Hilfsmitteln bereits wieder bei den basalen Verrichtungen des täglichen Lebens selbständig geworden sind. Ziel ist das Erreichen von Alltagskompetenzen in solchem Maße, dass eine weitgehend selbständige Lebensführung bzw. die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit möglich wird.

Phase E – Nachgehende und berufliche Rehabilitation

schafft einen möglichen Übergang von der medizinischen Rehabilitation zurück in die Erwerbsfähigkeit. Sie enthält insbesondere Leistungen sowie begleitende Hilfen zur nachhaltigen Sicherung des Erfolges der medizinischen Rehabilitation. Schwerpunkt der Leistungen in der Phase E ist die Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben.

Phase F – Aktivierende Rehabilitation

bisherige Behandlungsfolge werden stabilisiert und soziale und häusliche Wiedereingliederung unterstützt. Es erfolgen weiterhin unterstützende Maßnahmen.

Phase G – betreutes und begleitendes Wohnen

Durch ein Therapie-, Beratungs-, Betreuungs- und Pflegeangebot soll nach erfolgter Rehabilitation unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ geholfen werden, zu selbstbestimmtem Leben zurückzufinden.

Laut Statistik werden 70 % nach erfolgter REHA nach Hause oder in ein Pflegeheim entlassen und dort gepflegt und versorgt.

Phoenix Freising e.V. unterstützt mit seinen Angeboten unter anderem die soziale und häusliche Wiedereingliederung.