Informationen zu den Leistungen der Pflege-versicherung

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Wer Pflege benötigt oder als Angehöriger Pflege leistet erhält über die Pflegeversicherung Leistungen und Angebote zur Unterstützung. Um die Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten, müssen Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse/ Pflegekasse stellen. Sie haben Anspruch auf die Leistungen, wenn Sie innerhalb von zehn Jahren vor der Antragstellung zwei Jahre lang in der Pflegeversicherung versichert waren. Zudem muss die Pflegebedürftigkeit voraussichtlich für mindestens sechs Monate bestehen.

Hier in Kürze ein Auszug wesentlicher Begrifflichkeiten:

Pflegegeld

kann ab Pflegegrad 2 beantragt werden, wenn Angehörige, Ehrenamtliche oder privat Angestellte die Pflege leisten. In selbstbestimmter und geeigneter Weise können erforderliche körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung organisiert werden.

Beratung in der eigenen Häuslichkeit

dient zur Unterstützung, Hilfestellung und durch Tipps zur Erleichterung der Pflege und Absicherung der Pflegesituation.

Das sollten Sie wissen: Wird ausschließlich Pflegegeld bezogen, ist eine Beratung durch einen anerkannten Pflegedienst, eine anerkannte Beratungsstelle oder frei zugelassene Anbieter erforderlich!! Die Häufigkeit der Beratung ist vom Pflegegrad abhängig: Pflegegrad 2 – 3 halbjährlich, Pflegegrad 4 – 5 vierteljährlich.
Da ein freies Wahlrecht besteht, muss man selbst tätig werden. Sollte die Beratung versäumt werden, erinnert die Pflegekasse daran. Sollte es unterlassen werden, kommt es zur Kürzung bis zur vollständigen Streichung der Leistung.

Pflegesachleistung

stellt die Hilfe über einen anerkannten ambulanten Pflegedienst sicher.

Das sollten Sie wissen: Wird der monatliche Höchstbetrag der Pflegesachleistung nur zum Teil genutzt, kann diese Leistung anteilig mit dem Pflegegeld kombiniert werden. z.B. bei Pflegegrad 3: In einem Monat werden 649.-€ vom Pflegedienst abgerechnet. Dies sind 50% des Höchstbetrages (1.298.-) Somit werden vom Pflegegeld (545.-) noch 50% ausbezahlt=272,50€.

 

Entlastungsbetrag

wird ab Pflegegrad 1 und für alle weiteren Pflegegrade, zusätzlich zu allen anderen Pflegeleistungen, auch zur teilstationären Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege gewährt. Die Leistung dient zur Entlastung pflegender Angehöriger und zur Förderung des Pflegebedürftigen bei der Gestaltung des Alltags.

Das sollten Sie wissen: die Leistung ist zweckgebunden und nur durch eine anerkannte Institution möglich.

Teilstationäre Leistungen der Tages- und/oder Nachtpflege

können zusätzlich zum Pflegegeld in Anspruch genommen werden um die häusliche Pflege zu entlasten.

Verhinderungspflege

kann ab Pflegegrad 2 und nach einem halben Jahr häuslicher Pflege beantragt werden. Es gibt die Möglichkeit diese Leistung stundenweise (z.B. für persönlichen Arztbesuch, Frisör oder einfach auch nur zur Erholung) oder wochenweise (z. B. für einen Erholungsurlaub) zu beantragen.

Bei einer stundenweisen Verhinderung der Pflegeperson (weniger als 8 Stunden am Tag) besteht ein Anspruch auf das volle Pflegegeld.

Bei Nichtbeanspruchung der Kurzzeitpflege können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags zusätzlich für Verhinderungspflege genutzt werden (das sind bis zu 806 Euro)

 

Kurzzeitpflege

kann zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt beantragt werden.

Der im Kalenderjahr bestehende, noch nicht verbrauchte Leistungsbetrag aus der Verhinderungspflege kann auch für Kurzzeitpflege eingesetzt werden.

Pflegehilfsmittel

sind Verbrauchsprodukte, technische Hilfsmittel und Geräte, die zur häuslichen Pflege notwendig sind. Sie tragen dazu bei, Beschwerden der pflegebedürftigen Person zu lindern oder ihr eine selbstständigere Lebensführung zu ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Einmalhandschuhe oder Betteinlagen. Technische Pflegehilfsmittel werden vorrangig leihweise oder gegen eine Zuzahlung zur Verfügung gestellt.

Soziale Absicherung

Wer eine pflegebedürftige Person (ab Pflegegrad 2) für mindestens 10 Std. wöchentlich pflegt, hat Anspruch auf Leistungen in Bezug auf Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung. (siehe S. 22 „Pflegeleistungen zum Nachschlagen“)

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen:

Wenn Versicherte zu Hause gepflegt und betreut werden, kann es hilfreich sein, das Wohnumfeld an ihre besonderen Belange anzupassen. Hierfür leistet die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse.

Mehr dazu finden Sie in „Pflegeleistungen zum Nachschlagen“ (PDF)

Quelle: Bundesgesundheitsministerium  www.bundesgesundheitsministerium.de

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